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Tanja Martina Federl

Nächste Ausstellung

Omnia Ars ... Sunt
31.10. - 12.11.2017
Orangerie am Englischen Garten, München

Vernissage am 31.10.2017 um 18:00 Uhr
Es spricht Dr. Karl Honorat Prestele

Fisch

Great Pacific Garbage Patch

2050 mehr Plastikmüll im Meer als Fische

Fisch

Vor einiger Zeit ist mir erstmals eine Nachricht über das Phänomen des in den Meeren treibenden Plastikmülls begegnet. Der Schreck saß mir so in den Gliedern, dass ich mich auf die Suche nach weiteren Informationen begeben habe. Und davon konnte ich mehr als genug finden:

Wenn die Vermüllung der Meere so weitergeht, befindet sich in den Ozeanen im Jahr 2050 mehr Plastikmüll als Fische

13 Mio Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr im Meer (Das Umweltbundesamt schätzt bis zu 30 Mio Tonnen) das entspricht grob 1 Billion Plastiktüten, aneinandergelegt umrunden sie die Erde etwas mehr als 10.000 mal im Jahr oder einmal alle 50 Minuten. Das ist aber nur der Müll, der im Meer landet. Die weltweite Plastikproduktion in Tüten umgerechnet umrundet die Erde alle zwei Minuten ... und legt weiter an Tempo zu.

Dass in den Ozeanen Millionen Tonnen Plastikmüll schwimmen überrascht heute nicht mehr, aber selbst im arktischen Eis, wo kaum neuer Müll hinzukommt, finden sich gewaltige Mengen. Die Konzentration an Plastikpartikeln ist dabei doppelt so hoch wie in dem berühmten Müllstrudel, dem Great Pacific Garbage Patch. Mit der Eisschmelze werden in den nächsten Jahren weitere Millionen Tonnen Kunststoff in die Meere entlassen.

Kommt Plastikmüll in Berührung mit noch ausreichend heißer Lava wird das schmelzende Plastik mit Vulkangestein, Korallenstücken und Sand zu einem Konglomerat zusammengebacken. In den entstehenden Gebilden kann man teilweise noch die ursprünglichen Teile erkennen, so z.B. Zahnbürsten oder Seile. Und doch ist das Plastiglomerat genannte Material so stabil, dass es von Wissenschaftlern als neues Gestein klassifiziert wurde.

Die Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll ist bereits in aller Munde. Jedoch finden sich auch im Süßwasser erhebliche Mengen Kunststoffe. Im Gardasee ist die Belastung in etwa genauso hoch wie im Ozean, im Bodensee wurden auch erhebliche Mengen festgestellt und selbst in den sauberen Schweizer Seen wurde Mikroplastik gefunden. In der Rhone werden jeden Tag geschätzte zehn Kilogramm Mikroplastik nach Frankreich transportiert. Süßwasseruntersuchungen gibt es bislang nur wenige, diese Ergebnisse stammen aus einer Untersuchung in der Schweiz, wahrscheinlich nicht das Land mit der höchsten Verunreinigung der Gewässer.

Deshalb beschloss ich unter dem Namen des größten Plastikstrudels, des "Great Pacific Garbage Patch" ein Kunstprojekt zu starten. Ein erster Teil wird ein Fischschwarm aus Plastikmüll. Die ersten 14 Fische sind fertig und -> hier zu sehen

Fotokunst und mehr

In meinen Arbeiten begebe ich mich auf die Suche nach den Strukturen des Lebens, die deren notwendige Voraussetzung aber auch dessen Produkt sind. Natürlich gewachsene Strukturen stellen die Nährstoffversorgung pflanzlichen Lebens sicher und geben ihm ausreichende Stabilität, um den Anforderungen der Umgebung gewachsen zu sein. Künstlich geschaffene Strukturen stellen die Funktionsfähigkeit unserer Gesellschaft sicher und schaffen die Grundlage für menschliches Zusammenleben in einer wachsenden Gemeinschaft.

In einer Gesellschaft, deren Grenzen immer mehr verschwimmen, sind wir auf der Suche nach Strukturen, die uns Orientierung geben. Gleichzeitig suchen wir als Individuum in der stetig größer werdenden Masse nach unserer Identität. Von weitem betrachtet, sieht man die strukturierte Gleichförmigkeit der Masse, bei näherer Betrachtung jedoch offenbart sich die scheinbare Monotonie als Sammlung individueller Verschiedenheiten.

In meiner Arbeit benutze ich eine digitale Mischtechnik, die anschließend wie eine Fotografie gedruckt / belichtet wird. Am ehesten ist meine Arbeit noch der Fotografie zuzuordnen, wobei die einzelne Fotografie für mich nicht das Werk sondern der Rohstoff ist. In der anschließenden digitalen Zusammenstellung wird dieser Rohstoff solange verdichtet, bis in der resultierenden Essenz die eigentliche Aussage zu Tage tritt. Ich verarbeite häufig mehrere hundert - ausschließlich selbst gemachte - Einzelfotografien digital zu einem Bild.

Dabei verwende ich klassische Collagetechniken - Ausschneiden und neu Zusammenfügen - aber auch viele digitale, wie Verbiegen und Verzerren, sowie digitale Fotobearbeitungen, insbesondere die Technik der HDR-Fotografie. In meine Mischtechnik fließen aber auch andere Arbeitsweisen ein. So vermische ich digitale Grafiken mit Fotobearbeitung oder benutze digitale 3D-Techniken zur Erstellung der Fotocollagen.

In meiner Animation "Just a Bug" verlasse ich das Gebiet der Fotografie komplett und betrete die Welt der digitalen Animation, in der jedes Pixel für sich programmiert ist.







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